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Gartenbau in Österreich

Im Zentrum des Gartenbaus stehen Gemüse und Zierpflanzen. Die gartenbauliche Produktion in Österreich (Gemüse, krautige Zierpflanzen und Ziergehölze) beträgt derzeit bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt knapp die Hälfte der landwirtschaftlichen Pflanzenproduktion. Mit dem EU- Beitritt Österreichs haben sich neue und zum Teil schwierige Herausforderungen für den bislang vor Importen teilweise geschützten heimischen Gartenbau ergeben. Einschneidende Änderungen finden derzeit beispielsweise in der Struktur der Betriebe, den Bereichen Marketing und Absatz oder in der Verwaltung statt.

Zur Erhaltung bzw. Erlangung der nationalen und internationalen Wettbewerbsfähigkeit erfolgt auch im Gartenbau eine Konzentration auf weniger Betriebe mit größeren Anbauflächen (vgl. ÖSTAT Gartenbauerhebung, 1998).

Seit einigen Jahren erhöht sich die Zahl der Betriebe, die mit erdelosen Kulturverfahren arbeiten. Ebenso kommt es zu einer Steigerung im umweltschonenden Anbau (Integrierte Produktion, Biologische Produktion). Um den Absatz für Kleinerzeuger zu sichern und das Angebot für Großabnehmer zu gewährleisten, bilden sich vermehrt Erzeugergemeinschaften. Die Übernahme technischer Innovationen verändert zunehmend den Gartenbau unter Glas und Folie (Gewächshaustechnik, Computersteuerung von Kulturmaßnahmen wie Bewässerung, Lüftung etc.).

Die Gartenkultur erlebt allgemein einen merkbaren Aufschwung. Bewährtes Wissen über die gärtnerische und gestalterische Pflanzenverwendung bildet dabei eine wichtige Grundlage. Die Herausforderung besteht aber vor allem im "Wachsen" dieser Gartenkünste. Sie müssen eine Antwort auf sich ändernde Wertvorstellungen unserer Gesellschaft geben und damit Lebensqualität im Garten von Morgen schaffen.

Aus dieser Entwicklung ergibt sich für die Zukunft eine Schwerpunktbildung folgender Tätigkeits- und Berufsfelder im Gartenbau:

  • Fachvertretung und Verwaltung in Bezirks-, Landes- und Bundesbehörden sowie Landwirtschaftskammern
  • Gartenbau - Beratung (z.B. Kulturführung, Sortenwesen, Pflanzenernährung, Pflanzenschutz, Bodenanalysen)
  • Technisch-fachliche Beratung für normative Reglementierungen im Gartenbau (z.B. EU-Recht, Förderungen)
  • Kontrollwesen (Integrierte Produktion, Biologische Produktion)
  • Ausbildung (Lehre in Fachschulen und an Universitäten)
  • Forschung (Universitäten, Bundesanstalten, Industrie)
  • Gartenbauliche Kompetenzen in Gewerbe, Industrie und Handel (in den Bereichen Saatgut, Pflanzenschutz, Gemüseverarbeitung, Gewächshaustechnik u.a.)
  • Gartenbauliche Kompetenzen bei Verbänden, Medien und anderen Interessensvertretungen (AMA, Fachzeitschriften u.a.)
  • Gärtnerische Gestaltung und Pflege (in Hausgärten und im öffentlichen Grünraum, freiberuflich oder bei Stadtgartenämtern, Friedhofsverwaltung u.a.)

Obstbau in Österreich

In den Vorkriegsjahren und auch noch einige Zeit danach war die österreichische Landschaft mit einer Vielzahl von hochstämmigen Obstarten und -sorten übersät. Mit dem Einsetzen einer intensiveren Obstproduktion und der aus Rentabilitätsgründen notwendigen Rationalisierung auch im Obstbau kam es aber zu einer steten Verminderung des Bestandes im Feld- und Streuobstbau. Heute hat wieder ein gewisses Umdenken eingesetzt. Das führte in den letzten Jahren zu einer verstärkten Sortenerhaltung und zu verbesserten Pflegemaßnahmen. 

Der traditionelle hochstämmige Baum benötigt viele Jahre zum Ertragseintritt und liefert oft nur sehr schwankende Erträge von Jahr zu Jahr. Neue (biologische) Erkenntnisse aufgrund vieler Forschungsergebnisse haben nun zur Entwicklung moderner Anbaumethoden geführt. Durch die ebenfalls erfolgte Züchtung von neuen attraktiven Sorten und den verbesserten Produktionstechniken ist es heute möglich, sowohl den qualitativen Ansprüchen der Konsumenten, als auch den praktischen Anforderungen der Produzenten wie auch der Umwelt besser gerecht zu werden.

Für das Bestehen im nationalen und internationalen Wettbewerb ist auch im Obstbau eine Konzentration auf weniger Betriebe mit mehr Anbaufläche notwendig.
Der seit dem EU-Beitritt (1995) eingeleitete Trend zur Strukturanpassung (größere Betriebe mit höheren Pflanzdichten, Sortenbereinigung) setzt sich daher noch weiter fort.

Der Wert des erzeugten Obstes betrug 1998 3.119 Millionen ATS, das sind 6,3% der pflanzlichen Produktion in Österreich. 1999 betrug die Obstproduktion (Intensiv- und Streuobstbau) rund 700.000 t, davon entfielen rund 78% auf Kernobst.

In den letzten Jahren kommt es auch zu laufenden Steigerungen und Verbesserungen im umweltschonenden Anbau (integrierte und biologische Produktion), damit leistet auch der Obstbau einen wesentlichen umweltrelevanten Beitrag für das Wohlergehen unserer Volkswirtschaft.

Aus diesen Entwicklungen ergeben sich zukünftig etwa folgende Schwerpunkte und Tätigkeitsfelder im Obstbau:

  • Weiterentwicklung der Ausbildung (Lehre an der Universität und an Fachschulen)
  • Intensivierung der Forschung (Universitäten, Bundesanstalten, Industrien u.a.)
  • Verbesserung des Kontrollwesens (integrierte/biologische Produktion)
  • Obstbauliche Fachberatung (Produktion, Ernte, Lagerung)
  • Fachvertretung und Verwaltung in Bundes-, Landes- und Bezirkskammern sowie in Verbänden, Medien und anderen Interessensvertretungen (Fachliteratur, AMA, EO's u. ä.)
  • Koordinierung und Teilnahme an diversen nationalen und internationalen facheinschlägigen Projekten, Mitwirkung an Veranstaltungen u.ä.