Arbeitsbereiche Standort Gregor Mendel Haus Wien


Forschungsschwerpunkt Agrarentomologie

Im thematischen Fokus der Arbeitsgruppe stehen grundlegende Fragen zur Biologie und Ökologie von aktuell problematischen Schädlingen an landwirtschaftlichen und gärtnerischen Kulturen.

Schwerpunkt der Forschungsarbeit ist die Untersuchung der chemischen Ökologie und des Verhaltens relevanter Schadarthropoden auf ihren Wirtspflanzen. Untersuchungsgegenstand sind dabei zwei weltweit verbreitete Thysanopterenarten (Thripse) mit enormem Schadenspotenzial: Frankliniella occidentalis und Thrips tabaci sind wirtschaftlich bedeutende Schädlinge an vielen landwirtschaftlichen und gärtnerischen Kulturen und eigenen sich daher besonders für Fallstudien mit potenziell praktischer Relevanz.

Die Untersuchung von spezifischen Verhaltensweisen solcher Thripse auf Pflanzenarten mit unterschiedlichen morphologischen und biochemischen Charakteristika trägt zu einem tieferen Verständnis von Insekt-Pflanze-Interaktionen bei. In diesem Kontext gilt das besondere Interesse der Arbeitsgruppe sekundären Pflanzeninhaltsstoffen, die als chemische Signale Beziehungen zwischen Insekt und Pflanze vermitteln. Wir untersuchen, ob und wie durch eine Applikation von anlockend (attraktiv) bzw. abweisend (repellent/deterrent) wirkenden Pflanzenstoffen bestimmte Muster im Wirtspflanzenwahlverhalten der Thripse manipuliert werden können.

Aktuell wird die Möglichkeit einer Steigerung der deterrenten Wirkung von sekundären Pflanzeninhaltsstoffen gegen Thripse durch Mischung dieser Pflanzenstoffe erforscht. In diesem Zusammenhang beschäftigen wir uns mit dem Potential beider Thripsarten zur Habituation (Desensibilisierung) an Reinsubstanzen und Mischungen.

Ziel unserer Forschung ist es, aufbauend auf solchen grundlegenden Erkenntnissen die praktischen Perspektiven von Verhaltensmanipulation („Behavioural Control“) im Rahmen von innovativen, umweltfreundlichen Pflanzenschutzkonzepten aufzuzeigen und biologisch aktive Pflanzeninhaltsstoffe als Elemente nachhaltiger Bekämpfungsstrategien gegen Schädlinge in Landwirtschaft und Gartenbau praktisch nutzbar zu machen.

Kontakt: Ao. Prof. DI Dr. Elisabeth Koschier (Abteilungsstandort Wien)

 

 

 •    Forschungsschwerpunkt Biologische Schädlingsbekämpfung:        

Thematische Schwerpunkte im Rahmen der biologischen Schädlingskontrolle sind verhaltensbiologische, ökologische und evolutionäre Untersuchungen zu Schad-Arthropoden und deren natürlichen Feinde. Als Modelorganismen werden Milben sowohl als Schädlinge (Spinnmilben)  als auch als Nützlinge (Raubmilben) verwendet, um Räuber-Beute Interaktionen und deren Auswirkungen auf die Populationsentwicklung der beiden Gegenspieler zu untersuchen.

Aktuell werden die möglichen Auswirkungen des Klimawandels auf den Einsatz von exotischen Nützlingen in Österreich evaluiert. Die in Europa nicht einheimische Raubmilbe Amblydromalus limonicus ist seit 2015 in Österreich als Thrips-Räuber kommerziell erhältlich. In Spanien, wo diese Art nicht als Nützling zugelassen ist, wurde  A. limonicus 2011 im Freiland entdeckt. Daher soll das zukünftige Invasionspotential der Raubmilbe in Österreich ermittelt werden.

Kontakt: Mag. Dr. Andreas Walzer (Abteilungsstandort Wien)

 

 

Forschungsschwerpunkt Pflanzenschutz im Weinbau

Ziel des Fachbereiches Pflanzenschutz im Weinbau ist die Reduktion von Pflanzenschutzmitteln durch eine zielgerichtetere Bekämpfung gegenüber den Schadorganismen zu erreichen, sowohl in der biologischen als auch integrierten Produktion. Prognosemodelle, vor allem zu den wichtigsten Schaderregern im Weinbau, können hier eine wichtige Stütze sein.

Der derzeitige Schwerpunkt der Forschung liegt beim Echten Mehltau der Weinrebe, besonders bei der Biologie dieses Schaderregers. Eine wichtige Frage ist welche der beiden Primärbefallsformen im österreichischen Weinbau von Bedeutung ist. Es wird untersucht welche Infektionsbedingungen für den Primärbefall erforderlich sind. In diesem Zusammenhang spielt die Erfassung der lokalen Witterung in den Rebanlagen eine entscheidende Rolle.

Die gewonnenen Daten sollen in ein Modell zum Echten Mehltau der Rebe einfließen, um den WinzerInnen ein Hilfswerkzeug in die Hand zu geben, damit dieser Schaderreger effektiver kontrolliert werden kann.

Kontakt:  Univ. Ass. DI Markus Redl  (Abteilungsstandort Wien)

in Ausarbeitung